Bericht zum 8. Mai

Bearbeitet1Am Sonntag den 8. Mai haben wir, nachdem wir eine Einleitung zum 8. Mai und dem Thema Gedenken gehört haben, im Rahmen des Antifa-Café Esslingen die Stolpersteine der Familie Schönhaar besucht und dort Blumen abgelegt. Im Folgenden möchten wir die Rede zu Eugen Schönhaar dokumentieren:

„Wir stehen hier in der Hindenburgstraße 48, genau vor dem Haus in dem Eugen Schönhaar ab den 1920er Jahren mit seiner Familie wohnte.

Eugen Schönhaar wurde im Oktober 1898 in Esslingen geboren, machte hier eine Lehre und trat 1912 der Arbeiterjugendbewegung bei. Bereits 1916 wurde er inhaftiert, weil er sich offen gegen den Krieg ausgesprochen hatte. Später organisierte er sich in der sozialistischen Jugend, der Spartakusgruppe und nahm an Antikriegsaktionen teil. Immer wieder folgten Haftstrafen wegen „marxistischer Umtriebe“. Nach dem Ende des Krieges  trat er 1919 in die KPD ein und wurde zum Vorsitzenden der Freien Sozialistischen Jugend Esslingen. Nach kurzer Zeit wurde er in die Zentrale der Kommunistischen Jugend Deutschland gewählt und war in dieser Funktion verantwortlich für den gesamten Druck und Vertrieb von kommunistischen Material war. Ab 1921 gehörte er dem Exekutivkomitee der Kommunistischen Jugendinternationale (ein Internationaler Zusammenschluss Kommunistischer Parteien) an.

Von 1924 bis 1927 war Eugen Schönhaar in der Internationalen Arbeiterhilfe, aus der später die Internationale Rote Hilfe entstand, in Berlin tätig. Mitte des Jahres 1927 wurde er zum Aufbau der IRH in die Vereinigten Staaten geschickt. Nach dessen Rückkehr arbeitete er für das Zentralkomitee der KPD in Berlin und auch nach 1933 übte er diese Funktion in der Illegalität aus.

Da Schönhaar Verbindungen zu führenden Köpfen der KPD, wie auch des Zentralkomitees hatte, wurde er mit weiteren Genossen im November 1933 in Berlin verhaftet. In der Nacht zum 2. Mai wurde Eugen Schönhaar angeblich auf der Flucht erschossen.

Seine Frau Odette, welche zeitweilig als Sekretärin der Internationalen Roten Hilfe arbeitete und dessen Sohn Carlo, die ebenfalls in diesem Haus lebten, gingen in die Schweiz. Da sie von der Schweiz ausgewiesen wurden flüchteten sie nach Frankreich in die Illegalität, um einer Abschiebung nach Bearbeitet2Deutschland zu entgehen.

Nach der Besetzung der Deutschen in Frankreich schloss sich der 17 jährige Carlo dem Widerstandskampf gegen die Mörder seines Vaters an. Carlo wurde mit 14 weiteren Genossen verurteilt und erschossen. Odette wurde im März 1942 von der Gestapo verhaftet und nach 6 Monaten in das KZ Ravensbrück verschleppt. Sie überlebte das KZ.